Das Versprechen des Raumflugzeugs
Das Space Shuttle sollte die Raumfahrt revolutionieren: günstig, häufig fliegend, wie ein Flugzeug landen. Die Realität war komplexer: Jeder Shuttle-Flug kostete ca. 1,4 Milliarden Dollar (vs. versprochene 50 Millionen). Die Wartung war aufwändig, die Flugrate niedrig. Trotzdem hat das Shuttle die Raumfahrt 30 Jahre lang geprägt wie kein anderes Programm.
Challenger und Columbia — Die dunklen Kapitel
Das Space Shuttle-Programm erlebte zwei Katastrophen: Am 28. Januar 1986 zerbrach Challenger STS-51-L kurz nach dem Start — ein versagendes O-Ring-Dichtungsglied der Solid Rocket Booster an einem ungewöhnlich kalten Morgen kostete alle 7 Besatzungsmitglieder das Leben. Am 1. Februar 2003 zerbrach Columbia beim WiedereintrittRückkehr in die Atmosphäre — Temperaturen bis 1.650°C durch Luftkompression. Mehr → — ein Stück Isolierschaum hatte beim Start den Hitzeschild beschädigt. Beide Katastrophen führten zu langen Untersuchungen und tiefgreifenden Programmänderungen.
Unvergessliche Leistungen
Trotz der Kosten und Tragödien hat das Shuttle Enormes geleistet: Das Hubble Space Telescope wurde gestartet und fünf Mal gewartet (rettende Reparaturen 1993), alle Kernmodule der ISS wurden per Shuttle gebracht, und mehr als 355 verschiedene Astronauten aus aller Welt flogen auf dem Shuttle. Astronauten wie Sally Ride (erste US-Amerikanerin, 1983) schrieben Geschichte.
Das Erbe
Nach 135 Missionen landete das letzte Shuttle (Atlantis, STS-135) am 21. Juli 2011 in Kennedy Space Center. Die Orbiters sind heute in Museen ausgestellt. Die RS-25-Triebwerke des Shuttles fliegen weiter — in NASAs SLS-Rakete für das Artemis-Mondprogramm.

