Die Pioniere der Raumfahrt
Die Sowjetunion war in den 1950er und 1960er Jahren der unbestrittene Führer der Raumfahrt: Sputnik (1957), Gagarin (1961), erste Frau im All (Tereshkova, 1963), erster Weltraumspaziergang (Leonov, 1965). Die USA holten erst mit ApolloUS-Mondprogramm 1961–1972: 6 Mondlandungen, 12 Menschen auf dem Mond. Mehr → 11 (1969) auf. Architekt des sowjetischen Programms war Sergei Korolev.
Sojus — Das Arbeitstier
Sojus ist die am längsten im Einsatz befindliche bemannte Rakete der Welt. Von 2011 bis 2020 war Sojus die einzige Möglichkeit, Astronauten zur ISS zu transportieren — auch amerikanische. Pro Sitz zahlte die NASA ca. 80-90 Millionen Dollar. Erst SpaceX Crew Dragon beendete diese Abhängigkeit.
Situation seit 2022
Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hat sich die internationale Raumfahrtzusammenarbeit drastisch verändert. Russland trennte sich von europäischen Satellitenprogrammen, ESA verlor die Exomars-Mission, westliche Sanktionen belasten Roscosmos stark.
Häufige Fragen
Hat Russland noch eine funktionsfähige Raumfahrt? +
Ja, aber eingeschränkt. Sojus-Raketen fliegen weiterhin zur ISS und bringen Satelliten in den Orbit. Seit 2022 sind westliche Kooperationen stark reduziert. Roscosmos verlor Exomars (ESA), den Zugang zu westlichen Satelliten-Komponenten und viele internationale Kunden. Das Budget ist durch Sanktionen unter Druck.
Warum war Sojus so wichtig für die NASA? +
Von 2011 (Space Shuttle Ende) bis 2020 (SpaceX Crew Dragon) war Sojus die einzige Möglichkeit, Astronauten zur ISS zu bringen. NASA zahlte ca. 80–90 Millionen Dollar pro Sitz. Insgesamt kaufte NASA über 3,9 Milliarden Dollar an Sojus-Sitzen — einer der teuersten Abhängigkeitsverhältnisse der Raumfahrtgeschichte.
Was wird aus Russlands ISS-Beteiligung? +
Russland hat angekündigt, die ISS nach 2028 zu verlassen und eine eigene Raumstation (ROSS) zu bauen. Die ISS-Module Sarja und Swesda gehören Roscosmos. Beide Seiten (NASA/ESA und Roscosmos) kooperieren noch auf ISS-Ebene, aber die politische Lage macht die Zukunft ungewiss.