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Vulcan Centaur

Atlas V Nachfolger — zuverlässige US-Schwerlastrakete

Vulcan Centaur ist ULAs neue Trägerrakete und Nachfolger der legendären Atlas V. Mit BE-4-Triebwerken von Blue Origin und bewährter US-Ingenieurskunst setzt Vulcan auf Zuverlässigkeit für US-Regierungs- und kommerzielle Missionen.

Spezifikationen
Höhe61,6 m
Durchmesser5,4 m
Nutzlast LEO27,2 t
Nutzlast GTO13,5 t
Triebwerke2x BE-4 (Blue Origin)
OberstufeCentaur V (LH2/LOX)
Erster Flug8. Januar 2024 (VC2S + Peregrine)
WiederverwendbarNein (Erststufe)

Atlas V Nachfolger — Ende der russischen Abhängigkeit

Die Atlas V hat über 20 Jahre lang ohne einen einzigen Missionsverlust geflogen. Vulcan Centaur soll diese Tradition fortführen, aber mit niedrigeren Kosten und US-amerikanischen Triebwerken. Das war politisch notwendig: Atlas V nutzte russische RD-180-Triebwerke, und nach dem Einmarsch in die Ukraine wäre die weitere Nutzung eines russischen Triebwerks für US-Militärmissionen unhaltbar geworden.

BE-4 — Blue Origins Herzstück

Das BE-4-Triebwerk wird von Blue Origin geliefert — demselben Unternehmen, das auch New Glenn fliegt. Es verbrennt Methan und LOXFlüssiger Sauerstoff als Oxidator für Raketentriebwerke — bei -183°C. Mehr → statt Kerosin, was eine sauberere Verbrennung und theoretisch eine einfachere Wiederverwendung ermöglicht. Vulcan nutzt zwei BE-4 in der Erststufe; New Glenn nutzt sieben.
Interessant: Blue Origin liefert damit Triebwerke an den direkten Konkurrenten ULA — ein typisches Aerospace-Geflecht.

Centaur V — Bewährte Oberstufe neu gedacht

Die Centaur-Oberstufe von Vulcan ist eine der erprobten Oberstufen der Raumfahrtgeschichte — seit den 1960ern in verschiedenen Varianten geflogen. Centaur V für Vulcan ist größer und leistungsfähiger als je zuvor und kann bis zu 6 Neustarts im All durchführen, was präzise Mehrfachorbit-Einsätze ermöglicht.

Videos

Vulcan Centaur VC2S — Erster Flug mit Peregrine Mondlander

Vulcan Centaur: ULAs neue Rakete erklärt

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Atlas V und Vulcan Centaur? +
Atlas V flog 100 Mal ohne Missionsverlust (1999–2023) und nutzte russische RD-180-Triebwerke. Vulcan Centaur ist der Nachfolger mit US-amerikanischen BE-4-Triebwerken von Blue Origin — politisch notwendig nach dem russischen Angriffskrieg. Vulcan hat eine höhere Nutzlast (27t vs. 18,8t LEO) und modernere Avionik, verliert aber die direkte RD-180-Verlässlichkeit.
Warum nutzt Vulcan Centaur Triebwerke von Blue Origin? +
ULA hat die BE-4-Triebwerke von Blue Origin lizenziert, da kein US-Hersteller ein vergleichbares Triebwerk in der benötigten Schubklasse anbieten konnte. Das BE-4 verbrennt Methan und LOX, ist für Wiederverwendung ausgelegt und wird auch in New Glenn eingesetzt. Die Abhängigkeit von Blue Origin als Triebwerkslieferant ist ein strategisches Risiko, das ULA bewusst eingegangen ist.
Welche Missionen fliegt Vulcan Centaur? +
Vulcan Centaur ist zertifiziert für das US National Security Space Launch (NSSL) Programm — d.h. Militär- und Geheimdienstsatelliten. Der Erstflug im Januar 2024 trug Astrobiotic Peregrine, einen kommerziellen Mondlander (der allerdings nach dem Start leckte und die Mondlandung verfehlte). Zukünftig soll Vulcan auch NASA-Missionen und Amazon-Kuiper-Satelliten starten.
Ist Vulcan Centaur wiederverwendbar? +
Nein, nicht in der aktuellen Konfiguration. Die Erststufe wird verworfen. ULA hat ein Konzept namens SMART (Sensible Modular Autonomous Return Technology) entwickelt, bei dem die Triebwerksgondel per Fallschirm und Hubschrauber geborgen werden soll — ähnlich wie Rocket Lab bei Electron. Dies ist noch nicht operativ eingesetzt.

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