Von Künzelsau ins All
Alexander Gerst wuchs in Künzelsau in Baden-Württemberg auf und studierte Geophysik an der Universität Karlsruhe, danach Vulkanologie in Neuseeland. Er promovierte 2010 mit einer Arbeit über seismische und akustische Signale bei vulkanischen Ausbrüchen. 2009 wurde er von der ESA als AstronautPerson die ins All fliegt. USA: Astronaut. Russland: Kosmonaut. China: Taikonaut. Mehr → ausgewählt — einer von sechs aus 8.500 Bewerbern aus ganz Europa.
Kommandant der ISS
2018 übernahm Gerst als erster Deutscher das Kommando über die Internationale Raumstation (Expedition 57). Er leitete eine Besatzung von sechs Astronauten und war für Sicherheit, Wissenschaft und Betrieb der Station verantwortlich. Besonders bekannt: seine eindrucksvollen Fotos von Europa aus dem All, die er regelmäßig über Social Media teilte. Gerst dokumentierte auf Twitter und Instagram Konfliktherde, Naturkatastrophen und klimatische Veränderungen aus der Vogelperspektive.
Rückkehr und Zukunft
Gerst kehrte am 20. Dezember 2018 nach 197 Tagen auf der ISS zur Erde zurück. Insgesamt verbrachte er über seine beiden Missionen 362 Tage im All — mehr als jeder andere Deutsche. Eine dritte Mission ist nicht geplant; Gerst arbeitet bei der ESA in leitenden Positionen und ist einer der profiliertesten Wissenschaftskommunikatoren Europas.
Häufige Fragen
Wann war Alexander Gerst auf der ISS? +
Gerst flog zweimal zur ISS: Mission "Blue Dot" von Mai bis November 2014 (165 Tage) und Mission "Horizons" von Juni bis Dezember 2018 (197 Tage). 2018 war er Kommandant der Expedition 57 — der erste Deutsche in dieser Rolle. Insgesamt verbrachte er 362 Tage im All.
Was hat Gerst auf der ISS gemacht? +
Gerst führte auf beiden Missionen wissenschaftliche Experimente durch: von Materialforschung in der Schwerelosigkeit über Medizin-Studien bis zu Weltraumbiologie. Bekannt ist er auch für seine Erdbeobachtungsfotos: Er dokumentierte Konfliktherde (z.B. Gaza 2014), Naturkatastrophen und den sichtbaren Klimawandel aus dem All.
Ist Alexander Gerst noch mal ins All geflogen? +
Gerst flog bisher zweimal (2014, 2018). Eine dritte Mission ist nicht öffentlich angekündigt. ESA-Astronauten fliegen typischerweise zwei bis drei Missionen; Gerst gehört mit 362 Tagen zu den erfahrensten europäischen Astronauten. Er arbeitet weiterhin bei der ESA in leitenden Positionen.
Warum heißt Gerst "Astro-Alex"? +
Der Spitzname "Astro-Alex" entstand während seiner ersten ISS-Mission 2014, als Gerst über Social Media sehr aktiv kommunizierte. Er postete Erdfotos, antwortete auf Fragen und machte Raumfahrt für ein breites deutschsprachiges Publikum greifbar — was vor ihm kein deutscher Astronaut in dieser Form gemacht hatte.