Die Besatzung: Jim Lovell (Commander, sein zweiter Mondflug nach ApolloUS-Mondprogramm 1961–1972: 6 Mondlandungen, 12 Menschen auf dem Mond. Mehr → 8), Jack Swigert (Command Module Pilot, kurzfristiger Ersatz für Ken Mattingly wegen Masernkontakt) und Fred Haise (Lunar Module Pilot). Alles verlief normal bis Minute 320 der Mission.
Die Explosion
Am 13. April bat Flugkontroller Jack Lousma die Astronauten, die Sauerstofftanks zu "cryo-stir" — einen Standardvorgang zum Umrühren der verflüssigten Gase. Jack Swigert drückte den Schalter. Tank Nr. 2 explodierte. Ein fehlerhafter Thermostat hatte den Isolierungsbelag des Tanks beschädigt; beim Mischvorgang entzündete sich das Sauerstoffgas.
Das Servicemodul verlor beide Sauerstofftanks und damit alle Strom- und Wasserversorgung des Command Modules. Jim Lovell sah aus dem Fenster und meldete: "Houston, we've had a problem." — nicht "have", wie der Film sagte.
Das Rettungsmanöver
NASA und die Crew improvisierten unter extremem Zeitdruck. Das Mondmodul Aquarius wurde zur "Rettungskapsel" umfunktioniert — ein Fahrzeug, das für zwei Menschen für zwei Tage ausgelegt war. Drei Menschen mussten vier Tage darin überleben. Das CO₂-Problem: Die Aquarius-Scrubber waren rund, die Command-Module-Patronen quadratisch. Ingenieure auf der Erde entwickelten in Stunden eine Lösung aus Karton, Klebeband und Socken — und diktierten die Anweisungen per Funk.
Um zur Erde zurückzukehren, nutzten die Astronauten den Mond als "Schleuderstern": Ein kontrollierter Motorburn schickte sie auf einen Freiflugbahnkurs zurück. Am 17. April 1970 splashte Apollo 13 im Pazifik. Alle drei lebten.
Das Erbe
Apollo 13 wird oft als NASAs "größter Erfolg" bezeichnet — nicht als Misserfolg. Die Mission bewies, dass Mensch und Technik auch in extremster Krise funktionieren können. Das Ereignis führte zu einer umfassenden Überarbeitung aller Apollo-Systeme und rettete möglicherweise spätere Missionen vor ähnlichen Fehlern. Der Film "Apollo 13" (1995) mit Tom Hanks machte die Geschichte weltberühmt.

