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Apollo 13

"Houston, we have a problem" — Die erfolgreichste Katastrophe der Raumfahrt

"Houston, we've had a problem here."

Apollo 13 sollte die dritte Mondlandung werden. Stattdessen wurde sie zum dramatischsten Überlebenskampf der Raumfahrtgeschichte. Am 13. April 1970, 56 Stunden nach dem Start, explodierte ein Sauerstofftank im Servicemodul. Drei Astronauten saßen 320.000 km von der Erde entfernt in einem havarierten Raumschiff — und kamen alle lebend zurück.

Apollo 13
Startdatum11. April 1970, 19:13 UTC
Explosion13. April 1970, 03:07 UTC (SM O₂-Tank)
TrägerraketeSaturn V (SA-508)
BesatzungJim Lovell, Jack Swigert, Fred Haise
Landung17. April 1970, Pazifik
Flugdauer5 Tage, 22 Stunden, 54 Minuten
MondlandungAbgebrochen
Nächste Monddistanz254 km (Freiflugbahn)

Die Besatzung: Jim Lovell (Commander, sein zweiter Mondflug nach ApolloUS-Mondprogramm 1961–1972: 6 Mondlandungen, 12 Menschen auf dem Mond. Mehr → 8), Jack Swigert (Command Module Pilot, kurzfristiger Ersatz für Ken Mattingly wegen Masernkontakt) und Fred Haise (Lunar Module Pilot). Alles verlief normal bis Minute 320 der Mission.

Die Explosion

Am 13. April bat Flugkontroller Jack Lousma die Astronauten, die Sauerstofftanks zu "cryo-stir" — einen Standardvorgang zum Umrühren der verflüssigten Gase. Jack Swigert drückte den Schalter. Tank Nr. 2 explodierte. Ein fehlerhafter Thermostat hatte den Isolierungsbelag des Tanks beschädigt; beim Mischvorgang entzündete sich das Sauerstoffgas.

Das Servicemodul verlor beide Sauerstofftanks und damit alle Strom- und Wasserversorgung des Command Modules. Jim Lovell sah aus dem Fenster und meldete: "Houston, we've had a problem." — nicht "have", wie der Film sagte.

Das Rettungsmanöver

NASA und die Crew improvisierten unter extremem Zeitdruck. Das Mondmodul Aquarius wurde zur "Rettungskapsel" umfunktioniert — ein Fahrzeug, das für zwei Menschen für zwei Tage ausgelegt war. Drei Menschen mussten vier Tage darin überleben. Das CO₂-Problem: Die Aquarius-Scrubber waren rund, die Command-Module-Patronen quadratisch. Ingenieure auf der Erde entwickelten in Stunden eine Lösung aus Karton, Klebeband und Socken — und diktierten die Anweisungen per Funk.

Um zur Erde zurückzukehren, nutzten die Astronauten den Mond als "Schleuderstern": Ein kontrollierter Motorburn schickte sie auf einen Freiflugbahnkurs zurück. Am 17. April 1970 splashte Apollo 13 im Pazifik. Alle drei lebten.

Das Erbe

Apollo 13 wird oft als NASAs "größter Erfolg" bezeichnet — nicht als Misserfolg. Die Mission bewies, dass Mensch und Technik auch in extremster Krise funktionieren können. Das Ereignis führte zu einer umfassenden Überarbeitung aller Apollo-Systeme und rettete möglicherweise spätere Missionen vor ähnlichen Fehlern. Der Film "Apollo 13" (1995) mit Tom Hanks machte die Geschichte weltberühmt.

Videos

Apollo 13: Houston, We've Got a Problem (National Archives)

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Häufige Fragen

Was war der Fehler bei Apollo 13? +
Ein fehlerhafter Thermostat hatte den Isolierungsbelag eines Sauerstofftanks beschädigt. Als die Astronauten einen Routinevorgang (Tanks umrühren/"cryo stir") durchführten, entzündete sich das Sauerstoffgas im Tank. Die Explosion riss das Servicemodul auf und zerstörte die Strom- und Wasserversorgung der Kapsel.
Wie wurden die Apollo-13-Astronauten gerettet? +
Das Mondmodul Aquarius wurde als Rettungskapsel genutzt. Es war für 2 Menschen 2 Tage ausgelegt — 3 Menschen mussten 4 Tage darin überleben. Das CO₂-Problem wurde mit einer improvisierten Lösung aus Karton, Klebeband und Socken gelöst, die NASA-Ingenieure am Boden entwickelt hatten. Alle drei kehrten sicher zurück.
Sagte Lovell "Houston, we have a problem"? +
Nein. Im Film (1995) sagt Tom Hanks "Houston, we have a problem." Die tatsächliche Aussage lautete "Houston, we've had a problem" — in der Vergangenheitsform. Jack Swigert meldete es zuerst, dann bestätigte Commander Lovell. Der Film änderte den Satz für dramatischen Effekt.
Warum gilt Apollo 13 als "erfolgreichster Fehlschlag"? +
Apollo 13 erreichte den Mond nicht — aber alle drei Astronauten überlebten dank außergewöhnlicher Improvisation von Crew und Bodenkontrolle. NASA bezeichnet die Mission als "Successful Failure" — ein Triumph menschlicher Problemlösung unter extremem Druck. Der Notfallplan funktionierte besser als erwartet.

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