Wie Planet Labs die Erdbeobachtung revolutioniert hat
Traditionelle Erdbeobachtungssatelliten wie WorldView von Maxar oder die Pleiades von Airbus sind grosse, teure Einzelobjekte — pro Stueck oft mehrere hundert Millionen Euro. Planet Labs verfolgte einen radikal anderen Ansatz: viele kleine, billige Cubesats nach Smartphone-Bauweise, die kontinuierlich im All ersetzt werden. Ein Dove-Satellit ist etwa so gross wie ein Schuhkarton, kostet einen Bruchteil eines Maxar-Satelliten und wird nach drei bis fuenf Jahren durch die naechste Generation ersetzt.
Drei Satellitenklassen, drei Anwendungen
Die SuperDoves fliegen in einem polaren Orbit und liefern taegliche Bilder mit 3 Metern Aufloesung — perfekt fuer Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Klima-Monitoring und Veraenderungsanalyse. Die SkySats erreichen 50 Zentimeter Aufloesung und werden gezielt auf bestimmte Punkte gesteuert — fuer Defense und Versicherungen. Pelican ist die naechste Generation mit deutlich verbesserter Aufloesung und KI-Verarbeitung an Bord — der erste Pelican-Satellit startete im November 2024.
Defense und Government — das schnellste Segment
Der Krieg in der Ukraine machte Planet zur unverzichtbaren Quelle fuer Open-Source-Intelligence. Bilder von russischen Truppenbewegungen, Hafenzerstoerungen, Energieinfrastruktur — Planet liefert sie als Subscription. 2024 schloss das Unternehmen einen 230 Mio. USD-Vertrag mit der NGA (National Geospatial-Intelligence Agency) ab. Im Oktober 2024 folgte ein weiterer 145 Mio. USD-Vertrag mit dem deutschen BMVg fuer die Bundeswehr.
Klima, Landwirtschaft, Versicherung
Klima-NGOs wie Carbon Mapper messen mit Planet-Daten Methan-Lecks aus Pipelines. John Deere kombiniert SuperDove-Bilder mit Sensordaten von Traktoren fuer praezise Duengung. Rueckversicherer wie Munich Re nutzen Planet, um Hagelschaeden nach Stuermen schnell zu kartieren. Diese Anwendungsbreite macht Planet wetterbestaendig — wenn ein Segment schwaechelt, kompensieren andere.
Was Anleger wissen muessen
Planet ist im Uebergang von Wachstum-um-jeden-Preis zu nachhaltiger Profitabilitaet. Free Cashflow soll 2026 positiv werden. Die Bewertung ist niedrig — unter 1x Umsatz — was Planet zum Value-Play unter den New-Space-Aktien macht.
Die Pelican-Konstellation ist der Game Changer. Erste Pelican-Satelliten starteten im November 2024 und liefern Aufloesungen bis 30 cm — vergleichbar mit Maxars Premium-Service, aber zu deutlich niedrigeren Kosten. An Bord sitzt KI-Verarbeitung von NVIDIA, die Veraenderungen vor dem Download zur Erde erkennt. Dieser Schritt von "rohe Bilder verkaufen" zu "fertige Insights liefern" hebt die Margen deutlich an.
Risikofaktoren: Erstens hohe Kundenkonzentration — die NGA und das BMVg machen zusammen ueber 25 Prozent des Umsatzes aus. Zweitens technische Komplexitaet der Pelican-Generation. Drittens Konkurrenz durch BlackSky (boersennotiert: BKSY) und Capella Space, die ebenfalls in den taeglichen Reload investieren. Wer Planet Labs kauft, bekommt eine relativ guenstige Bewertung im Vergleich zu Rocket Lab oder AST SpaceMobile — mit dem Tradeoff, dass das Umsatzwachstum mit etwa 12 Prozent pro Jahr deutlich langsamer ist.