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NYSE: PL

Planet Labs Aktie

Erdbeobachtung in Echtzeit — NYSE: PL

Betreibt die groesste private Satellitenflotte fuer taegliche Erdaufnahmen — von Klima bis Defense.

Planet Labs PBC betreibt die groesste private Erdbeobachtungsflotte der Welt. Mehr als 200 aktive Satelliten der Klassen Dove, SuperDove und SkySat fotografieren taeglich die gesamte Landflaeche der Erde mit Aufloesungen zwischen 3 Metern und 50 Zentimetern. Kunden sind Regierungen, Geheimdienste, Versicherungen, Landwirtschaftskonzerne und Klimaforscher. Planet wurde 2010 von drei ehemaligen NASA-Ingenieuren gegruendet und ging Ende 2021 ueber einen SPAC-Merger an die NYSE. Die Public Benefit Corporation-Struktur verpflichtet das Unternehmen formal zu Nachhaltigkeitszielen.

Gegruendet
2010 in San Francisco
Gruender
Will Marshall, Robbie Schingler, Chris Boshuizen
Boersengang
Dezember 2021 (SPAC)
Satellitenflotte
> 200 aktive Satelliten
Erfasste Flaeche
komplette Erde jeden Tag
Aufloesung
50 cm (SkySat) bis 3 m (SuperDove)
Mitarbeiter
rund 1.000
Rechtsform
Public Benefit Corporation

IPO & Boersengeschichte

Datum
Dezember 2021
Erstkurs
10,00 USD
Weg an die Boerse
SPAC-Merger mit dMY Technology Group IV
Bewertung
2,8 Mrd. USD bei Boersengang
Performance
Wie viele 2021er-SPACs litt PL unter Zinsanstieg und Wachstumsverlangsamung. 2024–2025 stabilisierte sich der Kurs zwischen 2,50 und 6,50 USD, getragen von Defense-Auftraegen.

Wie Planet Labs die Erdbeobachtung revolutioniert hat

Traditionelle Erdbeobachtungssatelliten wie WorldView von Maxar oder die Pleiades von Airbus sind grosse, teure Einzelobjekte — pro Stueck oft mehrere hundert Millionen Euro. Planet Labs verfolgte einen radikal anderen Ansatz: viele kleine, billige Cubesats nach Smartphone-Bauweise, die kontinuierlich im All ersetzt werden. Ein Dove-Satellit ist etwa so gross wie ein Schuhkarton, kostet einen Bruchteil eines Maxar-Satelliten und wird nach drei bis fuenf Jahren durch die naechste Generation ersetzt.

Drei Satellitenklassen, drei Anwendungen

Die SuperDoves fliegen in einem polaren Orbit und liefern taegliche Bilder mit 3 Metern Aufloesung — perfekt fuer Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Klima-Monitoring und Veraenderungsanalyse. Die SkySats erreichen 50 Zentimeter Aufloesung und werden gezielt auf bestimmte Punkte gesteuert — fuer Defense und Versicherungen. Pelican ist die naechste Generation mit deutlich verbesserter Aufloesung und KI-Verarbeitung an Bord — der erste Pelican-Satellit startete im November 2024.

Defense und Government — das schnellste Segment

Der Krieg in der Ukraine machte Planet zur unverzichtbaren Quelle fuer Open-Source-Intelligence. Bilder von russischen Truppenbewegungen, Hafenzerstoerungen, Energieinfrastruktur — Planet liefert sie als Subscription. 2024 schloss das Unternehmen einen 230 Mio. USD-Vertrag mit der NGA (National Geospatial-Intelligence Agency) ab. Im Oktober 2024 folgte ein weiterer 145 Mio. USD-Vertrag mit dem deutschen BMVg fuer die Bundeswehr.

Klima, Landwirtschaft, Versicherung

Klima-NGOs wie Carbon Mapper messen mit Planet-Daten Methan-Lecks aus Pipelines. John Deere kombiniert SuperDove-Bilder mit Sensordaten von Traktoren fuer praezise Duengung. Rueckversicherer wie Munich Re nutzen Planet, um Hagelschaeden nach Stuermen schnell zu kartieren. Diese Anwendungsbreite macht Planet wetterbestaendig — wenn ein Segment schwaechelt, kompensieren andere.

Was Anleger wissen muessen

Planet ist im Uebergang von Wachstum-um-jeden-Preis zu nachhaltiger Profitabilitaet. Free Cashflow soll 2026 positiv werden. Die Bewertung ist niedrig — unter 1x Umsatz — was Planet zum Value-Play unter den New-Space-Aktien macht.

Die Pelican-Konstellation ist der Game Changer. Erste Pelican-Satelliten starteten im November 2024 und liefern Aufloesungen bis 30 cm — vergleichbar mit Maxars Premium-Service, aber zu deutlich niedrigeren Kosten. An Bord sitzt KI-Verarbeitung von NVIDIA, die Veraenderungen vor dem Download zur Erde erkennt. Dieser Schritt von "rohe Bilder verkaufen" zu "fertige Insights liefern" hebt die Margen deutlich an.

Risikofaktoren: Erstens hohe Kundenkonzentration — die NGA und das BMVg machen zusammen ueber 25 Prozent des Umsatzes aus. Zweitens technische Komplexitaet der Pelican-Generation. Drittens Konkurrenz durch BlackSky (boersennotiert: BKSY) und Capella Space, die ebenfalls in den taeglichen Reload investieren. Wer Planet Labs kauft, bekommt eine relativ guenstige Bewertung im Vergleich zu Rocket Lab oder AST SpaceMobile — mit dem Tradeoff, dass das Umsatzwachstum mit etwa 12 Prozent pro Jahr deutlich langsamer ist.

Haeufige Fragen zur Planet Labs-Aktie

Wie oft fotografiert Planet die Erde?
Die Dove- und SuperDove-Konstellation deckt jeden Quadratmeter der Landflaeche der Erde mindestens einmal pro Tag ab — bei wolkenfreien Bedingungen. SkySats koennen gezielt steuerbar bis zu siebenmal taeglich denselben Punkt aufnehmen.
Wer kauft die Daten?
Hauptkunden sind Regierungen und Geheimdienste (ueber 50 Prozent des Umsatzes), Landwirtschaftskonzerne wie Bayer und Cargill, Versicherer wie Munich Re, sowie Klima-NGOs und Forschungsinstitute. Im Defense-Bereich sind NGA, USAF und mehrere NATO-Partner Kunden.
Wie viel kostet ein Planet-Abonnement?
Subscriptions starten bei wenigen tausend USD pro Jahr fuer Forscher und gehen bis zu zwei- und dreistelligen Millionen USD fuer nationale Geheimdienste mit globalem Zugriff. Die Bandbreite ist riesig.
Ist Planet profitabel?
Noch nicht auf GAAP-Basis. Auf adjustiertem EBITDA-Niveau hat Planet 2024 erstmals positive Quartale gezeigt. Cashflow-Break-even wird fuer 2026 angepeilt.
Wie unterscheidet sich Planet von Maxar?
Maxar baut wenige, sehr hochaufloesende Satelliten (bis 30 cm Aufloesung), die einzelne Punkte gezielt aufnehmen. Planet macht das Gegenteil: viele billige Satelliten fuer kontinuierliche Erdabdeckung. Beides ergaenzt sich — viele Kunden nutzen beide Anbieter parallel.