Die Geschichte einer Bremer Erfolgsstory
OHB steht fuer Otto-Hydraulik-Bremen — gegruendet 1958 von Otto Fuchs als kleines Ingenieurbuero fuer Militaerhydraulik. 1985 uebernahm Manfred Fuchs (Otto Fuchs Sohn) die Geschaeftsleitung und pivotierte das Unternehmen Richtung Raumfahrt. Der Durchbruch kam mit dem GTS-Raumlabor und spaeter den SmallGEO-Plattformen. Heute ist Marco R. Fuchs (Manfred Fuchs Sohn) CEO — drei Generationen Familienunternehmer.
Galileo — das europaeische GPS
OHB ist der Hauptauftragnehmer fuer Galileo, das europaeische Satellitennavigationssystem mit aktuell 30 Satelliten in 23.000 km Hoehe. Seit 2010 hat OHB mehr als 30 Galileo-Satelliten gebaut. Im Dezember 2024 vergab die ESA den naechsten Mega-Auftrag fuer Galileo Second Generation (G2G) — OHB ist gemeinsam mit Airbus an der naechsten Generation beteiligt. Galileo Second Generation soll deutlich praeziser werden und kommt ab 2027 in den Orbit.
SARah — Aufklaerung fuer die Bundeswehr
OHB hat das SARah-Aufklaerungssatellitensystem fuer die Bundeswehr gebaut — drei Radarsatelliten, die seit 2022 deutsche Aufklaerungslueken schliessen. SARah ersetzt das alte SAR-Lupe-System und liefert deutlich hoehere Aufloesung. Das Programm hatte ein Volumen von rund 800 Mio. EUR und war ein wichtiger Meilenstein fuer OHBs Defense-Geschaeft.
Heinrich-Hertz und Mondambitionen
Der Heinrich-Hertz-Satellit (gestartet Juli 2023) ist der erste deutsche geostationaere Kommunikationssatellit seit 25 Jahren. OHB ist auch an mehreren Mondprogrammen beteiligt — etwa LUNA, einer ESA-Mond-Infrastruktur. Zudem haelt OHB eine Beteiligung an Bremen-Startup Rocket Factory Augsburg (RFA), die Kleinraketen entwickelt.
Anlegerperspektive: Mittelstand-Pure-Play
OHB ist Deutschlands einziger boersennotierter Space-Pure-Play. Klein, fokussiert, familiengefuehrt. Die KKR-Beteiligung seit 2023 hat dem Kurs Beine gemacht — aber der Streubesitz ist mit etwa 30 Prozent klein, was zu hoher Volatilitaet fuehrt. Wer europaeisches Space-Exposure mit deutschem Engineering-Fokus will, kommt an OHB nicht vorbei.
Die OHB-Familie Fuchs hat strategisch klug positioniert: Im April 2025 unterzeichnete OHB einen Vertrag mit der Bundeswehr ueber drei weitere SARah-Folgesatelliten — das Programm wird damit bis Mitte 2030er Jahre verlaengert. Dazu kommt die Beteiligung an Iris2, dem europaeischen Satelliten-Internet-Programm: OHB liefert dort Satellitenkomponenten und ist im Konsortium SpaceRISE vertreten.
Die RFA-Beteiligung und Kleinraketen
OHB haelt etwa 27 Prozent an Rocket Factory Augsburg (RFA), einem deutschen Kleinrakten-Start-up, das mit der RFA One eine 1,3-Tonnen-Klasse-Rakete entwickelt. Erstflug war fuer 2024 geplant, wurde nach einem Triebwerks-Brand auf der Shetland-Insel SaxaVord auf Sommer 2025 verschoben. Wenn RFA fliegt, hat OHB nicht nur Satelliten- sondern auch Launch-Exposure — eine seltene Kombination unter europaeischen Mittelstands-Space-Unternehmen.
Risiken fuer OHB-Anleger: Erstens niedrige Liquiditaet (Streubesitz nur 5 Prozent nach KKR-Tendering). Zweitens Abhaengigkeit von ESA-Budgets — wenn Mitgliedsstaaten kuerzen, betrifft das OHB direkt. Drittens Bilanz: Galileo G2G ist ein Multi-Milliarden-Auftrag, aber finanziert ueber Vorauszahlungen, die das Working Capital belasten. Wer OHB kauft, sollte langfristig (5+ Jahre) denken und Geduld mitbringen.