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XETRA: OHB

OHB SE Aktie

Bremens Satellitenbauer — XETRA: OHB

Familienunternehmen aus Bremen, baut Galileo-Satelliten und ist Deutschlands wichtigster Space-Pure-Play.

Die OHB SE aus Bremen ist Deutschlands wichtigstes boersennotiertes Raumfahrt-Unternehmen. Was 1958 als kleine Ingenieurfirma in einer Bremer Garage begann, ist heute ein 1,2-Mrd.-EUR-Konzern mit weltweiter Praesenz. OHB baut Galileo-Navigationssatelliten, SmallGEO-Plattformen, militaerische SARah-Aufklaerungssatelliten und die Astrobotic-Mondlandung. Die Fuchs-Familie haelt eine Mehrheit (rund 70 Prozent) — was OHB zu einer der wenigen Familien-gefuehrten Space-Aktien Europas macht. 2023 uebernahm die US-Beteiligungsgesellschaft KKR eine Minderheitsbeteiligung, gab den Aktionaeren ein Tendering-Angebot zu 44 EUR pro Aktie und nahm die Aktie spaeter nicht von der Boerse.

Gegruendet
1958 (Otto Hydraulik Bremen)
CEO
Marco R. Fuchs
HQ
Bremen
Mitarbeiter
rund 3.000
Umsatz 2024
rund 1,2 Mrd. EUR
Hauptprodukte
Galileo, SARah, SmallGEO, Heinrich-Hertz-Satellit
Familienanteil
rund 70% (Familie Fuchs)
KKR-Beteiligung
seit 2023, Tendering bei 44 EUR/Aktie

IPO & Boersengeschichte

Datum
Maerz 2001
Erstkurs
14,32 EUR (IPO)
Weg an die Boerse
Klassische Erstnotierung an Frankfurt
Bewertung
IPO-Bewertung rund 130 Mio. EUR; aktuell ca. 800 Mio. EUR
Performance
Lange Seitwaerts-Phase, dann ueber 200 Prozent Anstieg seit 2023 nach KKR-Einstieg und Galileo-Auftrag.

Die Geschichte einer Bremer Erfolgsstory

OHB steht fuer Otto-Hydraulik-Bremen — gegruendet 1958 von Otto Fuchs als kleines Ingenieurbuero fuer Militaerhydraulik. 1985 uebernahm Manfred Fuchs (Otto Fuchs Sohn) die Geschaeftsleitung und pivotierte das Unternehmen Richtung Raumfahrt. Der Durchbruch kam mit dem GTS-Raumlabor und spaeter den SmallGEO-Plattformen. Heute ist Marco R. Fuchs (Manfred Fuchs Sohn) CEO — drei Generationen Familienunternehmer.

Galileo — das europaeische GPS

OHB ist der Hauptauftragnehmer fuer Galileo, das europaeische Satellitennavigationssystem mit aktuell 30 Satelliten in 23.000 km Hoehe. Seit 2010 hat OHB mehr als 30 Galileo-Satelliten gebaut. Im Dezember 2024 vergab die ESA den naechsten Mega-Auftrag fuer Galileo Second Generation (G2G) — OHB ist gemeinsam mit Airbus an der naechsten Generation beteiligt. Galileo Second Generation soll deutlich praeziser werden und kommt ab 2027 in den Orbit.

SARah — Aufklaerung fuer die Bundeswehr

OHB hat das SARah-Aufklaerungssatellitensystem fuer die Bundeswehr gebaut — drei Radarsatelliten, die seit 2022 deutsche Aufklaerungslueken schliessen. SARah ersetzt das alte SAR-Lupe-System und liefert deutlich hoehere Aufloesung. Das Programm hatte ein Volumen von rund 800 Mio. EUR und war ein wichtiger Meilenstein fuer OHBs Defense-Geschaeft.

Heinrich-Hertz und Mondambitionen

Der Heinrich-Hertz-Satellit (gestartet Juli 2023) ist der erste deutsche geostationaere Kommunikationssatellit seit 25 Jahren. OHB ist auch an mehreren Mondprogrammen beteiligt — etwa LUNA, einer ESA-Mond-Infrastruktur. Zudem haelt OHB eine Beteiligung an Bremen-Startup Rocket Factory Augsburg (RFA), die Kleinraketen entwickelt.

Anlegerperspektive: Mittelstand-Pure-Play

OHB ist Deutschlands einziger boersennotierter Space-Pure-Play. Klein, fokussiert, familiengefuehrt. Die KKR-Beteiligung seit 2023 hat dem Kurs Beine gemacht — aber der Streubesitz ist mit etwa 30 Prozent klein, was zu hoher Volatilitaet fuehrt. Wer europaeisches Space-Exposure mit deutschem Engineering-Fokus will, kommt an OHB nicht vorbei.

Die OHB-Familie Fuchs hat strategisch klug positioniert: Im April 2025 unterzeichnete OHB einen Vertrag mit der Bundeswehr ueber drei weitere SARah-Folgesatelliten — das Programm wird damit bis Mitte 2030er Jahre verlaengert. Dazu kommt die Beteiligung an Iris2, dem europaeischen Satelliten-Internet-Programm: OHB liefert dort Satellitenkomponenten und ist im Konsortium SpaceRISE vertreten.

Die RFA-Beteiligung und Kleinraketen

OHB haelt etwa 27 Prozent an Rocket Factory Augsburg (RFA), einem deutschen Kleinrakten-Start-up, das mit der RFA One eine 1,3-Tonnen-Klasse-Rakete entwickelt. Erstflug war fuer 2024 geplant, wurde nach einem Triebwerks-Brand auf der Shetland-Insel SaxaVord auf Sommer 2025 verschoben. Wenn RFA fliegt, hat OHB nicht nur Satelliten- sondern auch Launch-Exposure — eine seltene Kombination unter europaeischen Mittelstands-Space-Unternehmen.

Risiken fuer OHB-Anleger: Erstens niedrige Liquiditaet (Streubesitz nur 5 Prozent nach KKR-Tendering). Zweitens Abhaengigkeit von ESA-Budgets — wenn Mitgliedsstaaten kuerzen, betrifft das OHB direkt. Drittens Bilanz: Galileo G2G ist ein Multi-Milliarden-Auftrag, aber finanziert ueber Vorauszahlungen, die das Working Capital belasten. Wer OHB kauft, sollte langfristig (5+ Jahre) denken und Geduld mitbringen.

Haeufige Fragen zur OHB SE-Aktie

Was hat KKR mit OHB vor?
KKR uebernahm 2023 eine Minderheitsbeteiligung von rund 25 Prozent und bot allen Aktionaeren 44 EUR pro Aktie. Viele Aktionaere blieben, OHB blieb boersennotiert. KKR sieht Wachstumspotenzial in Defense und naechster Galileo-Generation.
Wie hoch ist der Streubesitz?
Die Familie Fuchs haelt rund 70 Prozent, KKR rund 25 Prozent. Streubesitz nur etwa 5 Prozent — entsprechend volatil ist die Aktie. Geringer Streubesitz bedeutet auch geringe Liquiditaet im taeglichen Handel.
Welche Auftraege hat OHB im Backlog?
Galileo Second Generation (Auftrag Ende 2024), weitere SARah-Folgemissionen, EUMETSAT-Wettersatelliten und Komponenten fuer mehrere ESA-Wissenschaftsmissionen. Auftragsbestand etwa 2 Jahre Umsatz.
Warum nicht direkt Airbus statt OHB?
Airbus ist primaer Flugzeugbauer mit Space-Sparte. OHB ist Pure-Play. Wer wirklich nur Space im Portfolio will und keinen A320-Boom-Exposure, ist mit OHB besser positioniert.
Ist OHB profitabel?
Ja, durchgehend. Operative Marge liegt bei rund 5–7 Prozent. Nicht hochmargig, aber stabil. Die Dividende lag historisch bei 0,5–1 EUR pro Aktie, wurde aber zuletzt ausgesetzt, um in Galileo G2G zu investieren.