Vom Gulag ins All
Korolews Leben ist eine der unglaublichsten Geschichten des 20. Jahrhunderts. 1938, mitten in Stalins Großem Terror, wurde er als "Volksfeind" verhaftet und zu acht Jahren in den Gulags verurteilt. Er arbeitete in Sibirien in Goldminen und einer Flugzeugfabrik unter extremen Bedingungen — und verlor dabei fast alle Zähne und bekam ein gebrochenes Kiefer durch Verhöre. Dass er überlebte, war Glückssache.
Der mächtigste Unbekannte
Als Korolew das sowjetische Raumfahrtprogramm aufbaute, bestand Stalin und später Chruschtschow darauf, seinen Namen geheim zu halten. Öffentlich war er nur "der Chefkonstrukteur". Wenn westliche Journalisten fragten, wer hinter Sputnik und Gagarin stecke, bekamen sie: "Das sowjetische Volk." Kennedy hatte keine Ahnung, wen er bekämpfte. Erst nach Korolews Tod 1966 enthüllte die Sowjetunion seinen Namen.
Der tragische Verlust
Korolew starb am 14. Januar 1966 während einer Routineoperation — sein gebrochener Kiefer aus dem Gulag hatte seinen Mund so verformt, dass kein Beatmungsrohr eingeführt werden konnte. Er war 59 Jahre alt. Viele Historiker sind überzeugt: Hätte Korolew die Sowjets noch fünf weitere Jahre geleitet, hätten sie den Mond vor den Amerikanern erreicht. Sein Tod rettete möglicherweise das Apollo-Programm.

