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New Space Aktien
Das neue Segment der Raumfahrt

Rocket Lab, AST SpaceMobile, Intuitive Machines, Planet Labs, Redwire — die 5 spannendsten börsennotierten Raumfahrt-Aktien, die wichtigsten ETFs und warum 2024 bis 2026 ein Wendepunkt für die ganze Branche ist.

Die 5 Top-Aktien SpaceX IPO →
~15
New Space Aktien
2x
Marktwachstum bis 2030
200 Mrd. $
SpaceX-Bewertung
2024
Erste private Mondlandung

Was ist New Space?

Der Begriff New Space bezeichnet das Segment privater Raumfahrtunternehmen, die seit etwa der Jahrtausendwende ohne primäre Abhängigkeit von Regierungsaufträgen entstanden sind. Im Gegensatz dazu wurde die klassische Raumfahrtindustrie — heute Old Space genannt — in den 1950er- und 1960er-Jahren als militärisch-industrielles Programm aufgebaut. Boeing, Lockheed Martin, Northrop Grumman und Rocketdyne sind Kinder des Kalten Krieges, geboren aus dem Apollo-Programm und ICBM-Entwicklung.

Old Space arbeitet seit Jahrzehnten nach dem Cost-Plus-Modell: NASA oder das Pentagon spezifizieren ein Projekt, Auftragnehmer entwickeln über Jahre, Kosten werden plus Gewinnaufschlag erstattet. Innovation wird durch Risikomeidung gebremst. Ein Beispiel: Die NASA-Rakete SLS (Space Launch System) kostet pro Start rund 4 Milliarden Dollar. Eine Falcon-Heavy-Mission kostet 97 Millionen Dollar — bei vergleichbarer Nutzlast.

New Space funktioniert anders. Fixed-Price-Verträge mit Auftraggebern, eigene private Finanzierung, schnelle Iteration, Wiederverwendbarkeit als Designprinzip. SpaceX hat das Modell etabliert, Rocket Lab, Blue Origin und Dutzende kleinere Startups folgen. Der Effekt: Startkosten pro Kilogramm in den Erdorbit sind seit 2010 von rund 20.000 Dollar auf unter 2.000 Dollar gefallen.

Wiederverwendbarkeit

Falcon-9-Booster werden bis zu 25-mal eingesetzt. Starship soll vollständig wiederverwendbar werden. Old Space verwendet die Trägerrakete einmal und entsorgt sie im Atlantik.

Tempo

SpaceX führt monatlich mehr Starts durch als China oder Russland im Jahr. 2024 erreichte SpaceX über 130 Starts — mehr als die nächsten fünf Nationen zusammen.

Vertikale Integration

New-Space-Unternehmen entwickeln Triebwerke, Avionik und Software intern. Old-Space-Konzerne arbeiten mit hunderten von Zulieferern, was Komplexität und Kosten erhöht.

Private Finanzierung

VC-Geld, SPAC-Mergers, später IPOs. Old Space lebt von Steuermilliarden — und ist deshalb Konjunkturzyklen weniger ausgesetzt.

Die 5 interessantesten New Space Aktien

Nicht jede New-Space-Aktie ist gleich. Die folgende Auswahl umfasst Unternehmen mit reellen Umsätzen, klar definierten Geschäftsmodellen und überdurchschnittlichem Disruptionspotenzial — keine SPAC-Hülsen, die nur eine PowerPoint-Präsentation in den Börsenticker übertragen haben.

RKLB

Rocket Lab

Launch Services + Space Systems

Rocket Lab ist nach SpaceX der zweitgrößte private Raketenbetreiber der Welt. Die Electron-Rakete (Kleinlast bis 300 kg) ist seit 2017 im aktiven Einsatz mit über 50 Starts. In Entwicklung: Neutron — eine wiederverwendbare Mittelklasse-Rakete (13 Tonnen Nutzlast) als direkter Falcon-9-Konkurrent. Erstflug für 2026 geplant.

Neben Raketen baut Rocket Lab Satelliten und Komponenten. Die Tochter Photon stellt Satellitenplattformen, das Unternehmen produziert Solar-Arrays für viele NASA-Missionen. Diese Diversifikation macht Rocket Lab weniger abhängig vom volatilen Launch-Geschäft.

Warum interessant: Klarer Marktführer im Smallsat-Segment, glaubwürdige Roadmap für Mittelklasse-Markt, profitable Komponenten-Sparte. Höchste operative Reife unter den börsennotierten New-Space-Werten.
ASTS

AST SpaceMobile

Direkt-zu-Smartphone-Satelliten

AST SpaceMobile baut die ersten Satelliten, die direkt mit normalen Smartphones kommunizieren — ohne spezielle Antenne, ohne Starlink-Terminal. Die BlueWalker- und BlueBird-Satelliten haben in Tests erfolgreich 4G- und 5G-Verbindungen zu unmodifizierten Handys hergestellt.

Verträge mit AT&T (USA, 100 Mio. Kunden), Vodafone (Europa, 300 Mio. Kunden), Rakuten (Japan), Bell (Kanada) und weiteren Carriern sichern Distribution. Das Potenzial: Mobilfunk-Abdeckung für die rund 40 Prozent der Erdoberfläche ohne Bodenstation-Reichweite.

Warum interessant: Größtes Disruptionspotenzial im Mobilfunk seit dem iPhone. Auch spekulativ — ASTS hat noch keine Umsätze in Volumen erreicht, der kommerzielle Service startet erst 2026.
LUNR

Intuitive Machines

Mondlandung & Lunar Services

Intuitive Machines schrieb 2024 Geschichte: Die IM-1-Mission (Lander Odysseus) war die erste erfolgreiche private Mondlandung der Menschheitsgeschichte. Auch wenn der Lander am Rand kippte und vorzeitig ausfiel — der Erfolg bei der Landung selbst war ein Meilenstein für kommerzielle Lunar-Programme.

NASA-CLPS-Verträge (Commercial Lunar Payload Services) sichern Folge-Missionen. Geschäftsfelder: Frachtflüge zum Mond für NASA und kommerzielle Kunden, Lunar Data Relay (Mond-Satellitenkommunikation), Mondoberflächen-Mobilität.

Warum interessant: First-Mover bei kommerziellem Mond-Transport. Hohes Margenpotenzial in einer Nische, die mit Artemis-Programm wächst. Volatil — IM-2 und IM-3 müssen das Geschäftsmodell bestätigen.
PL

Planet Labs

Erdbeobachtung als Daten-Service

Planet Labs betreibt mit über 200 aktiven Satelliten die weltgrößte private Erdbeobachtungsflotte. Tägliche Aufnahmen der gesamten Erdoberfläche in hoher Auflösung gehen an Landwirtschaft, Versicherungen, Regierungen, Geheimdienste und Klimaforschung.

Geschäftsmodell: SaaS-ähnliche Datenabos statt Hardware-Verkauf. Damit hat Planet Labs eines der stabilsten Umsatzprofile in der gesamten New-Space-Welt. Kunden: NRO, NASA, EU-Kommission, Bayer Agriculture, AXA. Profitabilität auf operativer Ebene seit 2024 erreicht.

Warum interessant: Wiederkehrende Umsätze, Daten-Geschäftsmodell mit niedrigen Grenzkosten. Indirekter Klima-, Sicherheits- und AgTech-Investment in einem.
RDW

Redwire

In-Space-Fertigung & Komponenten

Redwire ist Zulieferer für Raumfahrtkomponenten — Solar-Arrays, Antennen, Kameras, In-Space-3D-Druck. Das Unternehmen ist an über 100 aktiven Missionen beteiligt, darunter Artemis-Gateway, Mars-Sample-Return und mehrere kommerzielle ISS-Module.

Besonderes Asset: Pharmaceutical Manufacturing in Microgravity. Redwire produziert auf der ISS pharmazeutische Wirkstoffe, die in Schwerelosigkeit reinere Kristallstrukturen bilden — ein potenzieller Multi-Milliarden-Dollar-Markt, wenn die Produktion skaliert.

Warum interessant: Diversifiziertes Portfolio von etablierter Komponenten-Lieferung bis Moonshot-Pharma. Geringeres Risiko als reine Launch- oder Lander-Wetten.

Warum 2024 bis 2026 ein Wendepunkt ist

Mehrere Trends verdichten sich gleichzeitig zu einem strukturellen Wendepunkt für die gesamte New-Space-Branche.

TrendBedeutung für die Branche
Erste private Mondlandung 2024 (IM-1)Intuitive Machines hat bewiesen, dass private Akteure den Mond erreichen können. Öffnet kommerzielle Lunar-Logistik als neuen Markt.
Rocket Lab Neutron-ErstflugErste echte Konkurrenz zur Falcon 9 in der Mittelklasse — bricht das SpaceX-Quasi-Monopol auf, drückt Preise weiter, öffnet Kapazitäten.
ASTS-Kommerzialisierung mit AT&T/VodafoneDirekt-zu-Smartphone-Konnektivität startet 2026 kommerziell — neuer milliardenschwerer Markt für Carrier und Satelliten-Operatoren.
Starship-KommerzialisierungWenn Starship in den nächsten zwei Jahren wiederverwendbar wird, kollabieren die Kosten pro Kilogramm um eine weitere Größenordnung — Geschäftsmodelle, die heute unwirtschaftlich sind, werden möglich.
NASA Artemis-Mondlandung 2027Erste bemannte Mondlandung seit 1972. Politischer und kultureller Impact erhöht öffentliche Aufmerksamkeit und Kapitalzufluss in den Sektor.
Geopolitik LEO-KonstellationenChina baut Guowang und Qianfan, EU baut IRIS². Nationale Souveränität im Weltraum wird zum geopolitischen Wettrüsten — Geld fließt.

Das Risiko: Warum viele New Space Startups scheitern

Die andere Seite der Medaille: New Space ist ein Friedhof gescheiterter Hoffnungen. Über die Hälfte der zwischen 2020 und 2022 per SPAC an die Börse gebrachten Raumfahrt-Aktien hat über 80 Prozent verloren. Manche existieren faktisch nicht mehr.

Beispiel Virgin Galactic — die Warnung

Virgin Galactic ging 2019 als erster Weltraum-SPAC an die Börse. Die Aktie kletterte auf über 55 USD, der Hype war gigantisch. 2024 musste Virgin Galactic alle kommerziellen Flüge mit VSS Unity einstellen, um den Bau der Delta-Klasse-Spaceplane zu finanzieren. Mehrere Kapitalmaßnahmen verwässerten Aktionäre massiv. Die Aktie verlor über 95 Prozent vom Hoch. Lesson: Sales-Pipeline ohne Cashflow ist nicht genug.

Hauptursachen für New-Space-Insolvenzen:

Kapitalintensität: Raketenentwicklung kostet Hunderte Millionen Dollar bis zur ersten Erlös-Generierung. Wer nicht Musk- oder Bezos-Vermögen im Rücken hat, ist auf permanente Kapitalrunden angewiesen — und scheitert, sobald sich das VC-Klima eintrübt.

Technische Komplexität: Raketen sind Maschinen mit extremen Toleranzen. Ein einziger Fehlstart kann jahrelange Reputation zerstören und Versicherungsprämien explodieren lassen. Astra hat das gelernt — sieben Fehlstarts in Folge, Aktie auf nahe Null.

Markttiming: Wenn ein Produkt 2027 kommerziell startet, der Wettbewerber 2025 — game over. Im Smallsat-Launch-Markt ist Rocket Lab so weit voraus, dass Newcomer kaum noch Kunden finden.

SPAC-Erbschaft: Viele Unternehmen kamen mit unrealistischen Prognosen an die Börse. Wenn nach drei Jahren die versprochenen Umsätze um Faktor 10 verfehlt werden, folgen Klagen, Kapitalmaßnahmen und Vertrauensverlust.

Wie man in New Space investiert

Drei Wege führen ins Portfolio — mit unterschiedlichem Risiko- und Recherche-Aufwand.

Einzelaktien

Maximale Kontrolle, maximales Risiko. Wer einzelne New-Space-Werte kauft, sollte den Quartalsbericht lesen, die Cash-Position monitoren und mit Kursverlusten von 50 Prozent und mehr rechnen können. Eine Kerngruppe aus 3 bis 5 Werten ist realistischer als Wetten auf einen einzelnen Kandidaten.

ETFs — UFO und ARKX

Der Procure Space ETF (UFO) bildet einen Index aus 30 bis 40 globalen Raumfahrt-Aktien ab — von SpaceX-Zulieferern über Satelliten-Betreiber bis zu Boeing und Lockheed. Größere Old-Space-Anteile sorgen für Stabilität, dämpfen aber das New-Space-Wachstum.

Der ARK Space Exploration ETF (ARKX) ist aggressiver positioniert — mit Schwerpunkt auf jüngere New-Space-Werte, KI- und 3D-Druck-Bezug zur Raumfahrt. Volatiler, dafür näher am puren New-Space-Thema.

Indirekter Zugang über Old Space und Tech-Konzerne

Wer SpaceX-Exposure will, ohne in private Märkte gehen zu müssen, kann Alphabet (Google hält rund 10 Prozent SpaceX-Anteile) oder Fidelity-Fonds mit dokumentierter SpaceX-Position kaufen. Boeing und Lockheed Martin bieten klassischen Defense-Space-Zugang mit Dividenden — aber wenig New-Space-Wachstum.

Wie hoch sollte der New-Space-Anteil im Portfolio sein?
Das ist persönliche Risikoneigung. Eine konservative Faustregel: New Space als kleines Wachstumssegment zwischen 2 und 5 Prozent des Aktienportfolios. Für jüngere Anleger mit hoher Risikotragfähigkeit und langem Anlagehorizont auch 10 Prozent denkbar. Wichtiger als die Quote: Diversifikation innerhalb des Segments — eine Einzelwette auf eine kleine Raumfahrt-Aktie kann komplett ausfallen.

Weiterführende Seiten

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Häufige Fragen zu New Space Aktien

Was ist New Space?
New Space bezeichnet das Segment privater Raumfahrtunternehmen, die seit etwa 2000 ohne primäre Abhängigkeit von Regierungsaufträgen agieren. Im Gegensatz zu Old Space (Boeing, Lockheed Martin, Northrop Grumman — entstanden im Kalten Krieg als NASA-Auftragnehmer) setzt New Space auf Wiederverwendbarkeit, kürzere Entwicklungszyklen und private Finanzierung. Prägende Unternehmen: SpaceX, Blue Origin, Rocket Lab, Planet Labs, AST SpaceMobile. Das Ergebnis: Startkosten pro Kilogramm in den Erdorbit sind seit 2010 von rund 20.000 Dollar auf unter 2.000 Dollar gefallen.
Welche New Space Aktie hat das größte Potenzial?
Das ist Anlagephilosophie: Rocket Lab (RKLB) hat den klarsten Geschäftsbetrieb — etabliert, mit Electron-Rakete und Neutron in Entwicklung. AST SpaceMobile (ASTS) hat das größte Disruptionspotenzial mit Direkt-zu-Smartphone-Satelliten, ist aber stärker spekulativ. Planet Labs (PL) hat den profitabelsten Datenmarkt. Intuitive Machines (LUNR) bietet First-Mover-Vorteile im Mond-Transport. Eine Diversifikation über mehrere Werte oder ETFs (UFO, ARKX) reduziert Einzelrisiken.
Was passierte mit Virgin Galactic?
Virgin Galactic war 2019 das erste börsennotierte New Space Unternehmen über einen SPAC-Merger. Die Aktie stieg zwischenzeitlich über 55 USD, fiel danach jedoch dramatisch ab. 2024 musste Virgin Galactic seine VSS-Unity-Flüge einstellen, um den Bau der Delta-Klasse-Spaceplane zu finanzieren. Mehrere Kapitalmaßnahmen verwässerten Aktionäre massiv — Verluste vom Hoch über 95 Prozent. Virgin Galactic gilt heute als Warnsignal für überoptimistische New-Space-Bewertungen.
Ist New Space eine Blase?
Teilweise. Der SPAC-Boom 2020 bis 2022 brachte über ein Dutzend New-Space-Unternehmen mit überzogenen Bewertungen an die Börse. Viele sind seitdem 70 bis 95 Prozent gefallen (Astra, Momentus, Spire). Andererseits haben Rocket Lab, Planet Labs und Intuitive Machines reale Umsätze und Verträge. Der Markt sortiert sich aktuell zwischen Substanz und Hype — die nächsten 24 Monate werden Gewinner und Verlierer trennen. Wer in das Thema einsteigt, sollte mit hoher Volatilität und Einzelausfällen rechnen.