Mir wurde in 10 Jahren schrittweise zusammengesetzt: Kernmodul (1986), dann Kvant-1, Kvant-2, Kristall, Spektr und Priroda. Beim NASA-Shuttle-Mir-Programm (1994–1998) dockte das Space Shuttle neun Mal an Mir an — eine direkte Vorbereitung für die ISS.
Probleme und Widerstandsfähigkeit
Mir überlebte Brände, Kollisionen (1997 rammte Progress-Versorgungsschiff das Spektr-Modul), Computerausfälle und Druckabfälle. Die Kosmonauten reparierten alles improvisiert. Mir war der ultimative Test für menschliche Anpassungsfähigkeit im All.
Das Ende von Mir
Russland entschied sich 2000, Mir zugunsten der ISS-Beteiligung aufzugeben. Am 23. März 2001 wurde Mir kontrolliert de-orbitiert und über dem Pazifischen Ozean verglüht. Kleine Trümmer trafen das Wasser in der Nähe von Fidschi.
Häufige Fragen
Wie lange war Mir im Betrieb? +
Mir war vom 19. Februar 1986 bis zum 23. März 2001 in Betrieb — fast 15 Jahre. Das Kernmodul startete 1986, das letzte Modul Priroda kam 1996 an. In dieser Zeit besuchten 125 Raumfahrer aus 12 Nationen Mir, darunter US-Astronauten beim Shuttle-Mir-Programm (1994–1998) als direkte Vorbereitung für die ISS.
Was war der längste Aufenthalt auf Mir? +
Valeri Poljakow hielt den Weltrekord für den längsten ununterbrochenen Weltraumaufenthalt: 437 Tage an Bord von Mir (Januar 1994 – März 1995). Er bewies, dass ein Mensch eine 6-monatige Marsreise körperlich überleben kann. Nach seiner Rückkehr konnte er trotz der langen Schwerelosigkeit aus eigener Kraft aus der Kapsel steigen.
Warum wurde Mir zerstört und nicht weiterbetrieben? +
Russland entschied sich Ende der 1990er für die ISS-Beteiligung statt Mir-Weiterbetrieb — beides gleichzeitig war finanziell nicht möglich. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion fehlten die Mittel. Ein Privateigentümer-Angebot scheiterte. Am 23. März 2001 wurde Mir mit Bremsmanövern kontrolliert de-orbitiert und verglühte über dem Südpazifik.