Allein im All
Als Collins im Mondorbit die Mondrückseite passierte, war er von jeder Kommunikation abgeschnitten — vom Houston Mission Control, von Armstrong und Aldrin auf dem Mond, von der gesamten Menschheit. Für jeweils 47 Minuten war er der isolierteste Mensch, der je gelebt hatte. Auf die Frage, ob er sich einsam gefühlt habe, antwortete Collins immer gleich: "Nein. Bewusst. Zufrieden. Kompetent." Er bereitete das Raumschiff für den Rücktransport vor. Er war der einzige, der allen dreien das Leben rettete, wenn etwas schiefgelaufen wäre.
Der meistübersehene AstronautPerson die ins All fliegt. USA: Astronaut. Russland: Kosmonaut. China: Taikonaut. Mehr →
Collins wurde oft als "der der nicht auf dem Mond war" bezeichnet, was ihn gelassen amüsierte. Tatsächlich war seine Rolle technisch extrem komplex: Er allein flog Columbia, wartete, manövrierte für das Kopplungsmanöver und brachte alle drei nach Hause. Er schrieb eine der besten Astronauten-Autobiografien überhaupt: "Carrying the Fire" (1974) — von Kollegen und Kritikern als ehrlichstes Zeugnis der Apollo-Ära gelobt.
Leben nach ApolloUS-Mondprogramm 1961–1972: 6 Mondlandungen, 12 Menschen auf dem Mond. Mehr →
Collins wurde Direktor des National Air and Space Museum und half, es zu einem der meistbesuchten Museen der USA zu machen. Er mied die öffentliche Heldenrolle, die Armstrong und Aldrin begleitete. Collins starb am 28. April 2021 im Alter von 90 Jahren. Sein letzter Tweet, kurz vor seinem Tod: "Look up."

