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Pionier USA

Michael Collins

Der vergessene Astronaut von Apollo 11

"I am alone now, truly alone, and absolutely isolated from any known life. I am it."

Michael Collins war der dritte Mann von Apollo 11 — und der einzige, der nicht auf dem Mond landete. Er blieb allein im Columbia Command Module im Mondorbit, während Armstrong und Aldrin unten waren. Collins selbst sagte, er fühle sich nicht ausgeschlossen, sondern privilegiert: Er hatte das Universum für sich allein.

Michael Collins
Geboren31. Oktober 1930, Rom, Italien
Gestorben28. April 2021
BerufMilitärpilot, Testpilot, Astronaut
MissionenGemini 10, Apollo 11
Alleinflug~48 Stunden allein im Mondorbit
Mondumkreisungen30 (allein auf der Rückseite: 14)

Allein im All

Als Collins im Mondorbit die Mondrückseite passierte, war er von jeder Kommunikation abgeschnitten — vom Houston Mission Control, von Armstrong und Aldrin auf dem Mond, von der gesamten Menschheit. Für jeweils 47 Minuten war er der isolierteste Mensch, der je gelebt hatte. Auf die Frage, ob er sich einsam gefühlt habe, antwortete Collins immer gleich: "Nein. Bewusst. Zufrieden. Kompetent." Er bereitete das Raumschiff für den Rücktransport vor. Er war der einzige, der allen dreien das Leben rettete, wenn etwas schiefgelaufen wäre.

Der meistübersehene AstronautPerson die ins All fliegt. USA: Astronaut. Russland: Kosmonaut. China: Taikonaut. Mehr →

Collins wurde oft als "der der nicht auf dem Mond war" bezeichnet, was ihn gelassen amüsierte. Tatsächlich war seine Rolle technisch extrem komplex: Er allein flog Columbia, wartete, manövrierte für das Kopplungsmanöver und brachte alle drei nach Hause. Er schrieb eine der besten Astronauten-Autobiografien überhaupt: "Carrying the Fire" (1974) — von Kollegen und Kritikern als ehrlichstes Zeugnis der Apollo-Ära gelobt.

Leben nach ApolloUS-Mondprogramm 1961–1972: 6 Mondlandungen, 12 Menschen auf dem Mond. Mehr →

Collins wurde Direktor des National Air and Space Museum und half, es zu einem der meistbesuchten Museen der USA zu machen. Er mied die öffentliche Heldenrolle, die Armstrong und Aldrin begleitete. Collins starb am 28. April 2021 im Alter von 90 Jahren. Sein letzter Tweet, kurz vor seinem Tod: "Look up."

Missionen

Gemini 10
18. Juli 1966 — Doppel-Rendezvous + Spacewalk
NASA
Apollo 11 →
16.-24. Juli 1969 — Command Module Pilot, Mondorbit
NASA

Videos

Michael Collins: Der Mann, der allein den Mond umkreiste

Apollo 11 — Die drei Astronauten im Gespräch (NASA)

Weitere Pioniere

Häufige Fragen

Warum kennt kaum jemand Michael Collins? +
Collins betrat den Mond nie — er kreiste im Command Module, während Armstrong und Aldrin auf der Oberfläche waren. Er bezeichnete sich selbst als "der dritte Mann bei Apollo 11" und machte daraus keine Tragödie. Sein Buch "Carrying the Fire" ist eines der besten Astronauten-Memoiren und zeigt, wie bewusst und souverän er seine Rolle annahm.
War Collins allein im Mondorbit nicht psychisch belastet? +
Collins bereitete sich intensiv vor und empfand die Einsamkeit als bewusst und produktiv. Auf die Frage nach Einsamkeit: "Nein. Bewusst. Zufrieden. Kompetent." Er war für 47 Minuten pro Umlauf von jeder menschlichen Kommunikation getrennt — der isolierteste Mensch je. Er nutzte die Zeit, das Raumschiff perfekt vorzubereiten.
Was machte Collins nach Apollo 11? +
Collins wurde Direktor des National Air and Space Museum in Washington D.C. und half, es zum meistbesuchten Museum der USA zu machen. Er schrieb die Autobiografie "Carrying the Fire" (1974), die von Kollegen als das ehrlichste Zeugnis der Apollo-Ära gilt. Collins starb am 28. April 2021 mit 90 Jahren.

Quellen & Weiterlesen