Medizin

Raumfahrtmedizin

Was Schwerelosigkeit mit dem Körper macht

Schwerelosigkeit klingt angenehm — ist aber biologisch ein Notfall. Der menschliche Körper wurde für die Erde entwickelt. Im All verliert er Muskelmasse, Knochendichte, das Herz schrumpft, und Flüssigkeit sammelt sich im Kopf. Raumfahrtmedizin bekämpft diese Effekte.

Knochenverlust1–2% pro Monat im All
MuskelschwundOhne Training: 20% in 11 Tagen
Training ISS2,5 Stunden/Tag Pflicht
VIIP-SyndromSehverschlechterung durch Kopfdruck
Rekord-AufenthaltValeri Poljakow: 437 Tage
Astronauten-GrößeWächst um 5cm (Wirbelsäule dehnt sich)

Der menschliche Körper interpretiert Schwerelosigkeit als Signifikante Veränderung: Ohne Schwerkraft muss das Herz weniger hart arbeiten — es schrumpft. Ohne Last auf Knochen und Muskeln bauen sie ab. Flüssigkeit, die normalerweise in den Beinen steht, steigt in den Kopf — Astronauten haben ständig ein "voller Kopf"-Gefühl und ihr Gesicht schwillt an.

Gegenmaßnahmen auf der ISS

Astronauten trainieren täglich 2,5 Stunden Pflicht: Krafttraining auf der ARED-Maschine (bis 270 kg Widerstand simuliert), Laufband mit Hüftgurt und Fahrradergometer. Trotzdem verlieren sie Knochendichte — die Erholung auf der Erde dauert Monate.

VIIP-Syndrom

Ein neueres Problem: Viele ISS-Astronauten leiden nach Langzeitmissionen unter Sehverschlechterung. Flüssigkeitsdruck im Kopf presst gegen den Sehnerv und verändert die Form des Augapfels. Das VIIP-Syndrom (Visual Impairment and Intracranial Pressure) ist bisher nicht vollständig verstanden.

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