Die Nächte im Juli 1952
In der Nacht vom 19. auf den 20. Juli 1952 erschienen auf den Radarschirmen des Washington National Airport mehrere unidentifizierte Echos — direkt über dem Weißen Haus und dem Kapitol, im streng gesperrten Luftraum. Radar-Operator Edward Nugent und seine Kollegen meldeten 7–12 Objekte, die Geschwindigkeiten zwischen 160 und 12.000 km/h erreichten.
Das Andrews Air Force Base bestätigte die Echos unabhängig auf eigenem Radar. Piloten im Luftraum meldeten Lichter — die verschwanden, sobald F-94-Abfangjäger in die Nähe kamen.
Die Medien und die Pressekonferenz
Der Fall landete auf den Titelseiten der New York Times und der Washington Post. Am 29. Juli 1952 hielt die US Air Force die größte UFO-Pressekonferenz seit dem Zweiten Weltkrieg. Generalmajor John Samford erklärte: Temperaturturbulenz und Temperaturinversion hätten falsche Radar-Echos erzeugt.
Radar-Experten, die die Daten analysierten, wiesen darauf hin: Temperaturinversion erklärt langsame Echos — nicht solche, die sich mit 12.000 km/h bewegten. Die Erklärung gilt bis heute als umstritten.
Bedeutung
Der Washington Flap ist das historisch am besten dokumentierte Multi-Radar-UAP-Ereignis. Zwei unabhängige Radar-Anlagen, bestätigte Piloten-Sichtungen, mediale Aufmerksamkeit — und eine offizielle Erklärung, die Experten nicht überzeugte. Den vollständigen historischen Kontext bietet unsere Raumfahrtgeschichte.

