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Antrieb

Ionentriebwerk

Antrieb für tiefe Raumfahrt — extrem effizient, minimal Schub

Ein Ionentriebwerk erzeugt Schub, indem es geladene Teilchen (Ionen) mit elektrischen Feldern auf hohe Geschwindigkeiten beschleunigt. Der Schub ist winzig — aber die Effizienz ist legendär. Ionentriebwerke können Raumsonden über Jahre kontinuierlich beschleunigen.

Ionentriebwerk
SchubTypisch 0,05–0,5 Newton (minimal)
Isp>3.000 Sekunden (vs. ~450s Wasserstoff)
TreibstoffXenon oder Krypton (Edelgase)
Bekannte MissionsDawn (Ceres), Hayabusa (Asteroid), SMART-1 (Mond)
NASA Deep Space 1Erster Raumflug mit Ion Drive (1998)
BetriebNur im Vakuum — kein Atmosphärenstart

Der Schub eines Ionentriebwerks ist so schwach, dass er auf der Erde kaum einen Schmetterling bewegen würde. Und doch haben Ionentriebwerke Raumsonden zu Asteroiden, dem Mond und dem Zwergplaneten Ceres gebracht. Das Geheimnis ist Zeit: Was am Triebwerk fehlt, gleicht die Betriebsdauer aus.

Wie ein Ionentriebwerk funktioniert

Xenon-Gas wird ionisiert — Elektronen werden durch Bombardement entfernt, die Atome erhalten positive Ladung. Ein elektrisches Gitter beschleunigt diese Ionen auf bis zu 90.000 m/s nach hinten (chemische Triebwerke erreichen ~4.500 m/s). Nach dem Prinzip Aktion = Reaktion entsteht Vorwärtsschub. Ein Kilogramm Xenon erzeugt so viel Gesamtimpuls wie zehnmal so viel konventioneller Treibstoff.

Die Dawn-Mission: Zwei Asteroiden mit einem Raumschiff

NASAs Dawn-Raumsonde (2007–2018) war die erste, die zwei verschiedene Himmelskörper orbitierte: den Asteroiden Vesta und den Zwergplaneten Ceres. Das war nur dank Ionentriebwerk möglich — kein chemisches Triebwerk hätte genug Treibstoff für beide Manöver transportieren können. Dawn betrieb seine Ionentriebwerke über 5.900 Stunden.

Zukunft: Staghound und Weltraumtransport

Ionentriebwerke eignen sich nicht für den Start von der Erde (zu schwach), aber perfekt für Satelliten und interplanetare Missionen. Viele kommerzielle Satelliten nutzen heute elektrischen Antrieb (Ionentriebwerk-Varianten) für Orbitalmanöver. Für Mars-Missionen arbeiten Forscher an skalierten Systemen mit Kilowatt-Leistung.

Häufige Fragen

Warum kann ein Ionentriebwerk keine Rakete vom Boden starten? +
Der Schub eines Ionentriebwerks beträgt typisch 0,05–0,5 Newton — zu schwach, um gegen die Schwerkraft zu arbeiten. Eine Falcon-9-Erststufe erzeugt 7.600.000 Newton. Ionentriebwerke sind nur im Weltraum nützlich, wo keine Schwerkraft überwunden werden muss und minimaler Schub über lange Zeit genügt.
Welches Gas verwenden Ionentriebwerke und warum? +
Xenon ist das häufigste Treibmittel: Es hat hohe Atommasse (schwerere Ionen = mehr Impuls), ist chemisch inert (korrodiert keine Bauteile), lässt sich gut ionisieren und ist bei niedrigem Druck in Tanks zu lagern. Modernere Systeme erforschen Krypton als günstigere Alternative.
Wie lange kann ein Ionentriebwerk laufen? +
Ionentriebwerke sind auf Langzeitbetrieb ausgelegt. NASAs Dawn-Sonde betrieb ihre Ionentriebwerke über 5.900 Betriebsstunden über ihre gesamte Missionsdauer. Zum Vergleich: Ein chemisches Triebwerk zündet meist für Sekunden bis Minuten und ist dann fertig.

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